Dienstag, 3. Juli 2012

Anhang

- Wenn man mit dem Auto reist, dauert es einige Zeit bis die Seele nachkommt, erst recht mit dem Flugzeug. Bei unserer durchschnittlicjen Reisegeschwindigkeit von ca. 18 km/h hatte sie keine Probleme mitzuhalten.

- Im Linienbus in Zadar. Wir waren in der Altstadt und sind zu Fuß auf dem Weg zum Camp. Es begann zu regnen. Wir stiegen schon nahe des Camps in den Bus und wollten wie üblich beim Fahrer bezahlen. Er winkte uns einfach durch und wollte kein Geld. Es war noch eine Station.

- Im Linienbus in Split. Während der Fahrt nahm der Fahrer eine Fahrkarte aus seinem Stapel, stocherte mit ihr zwischen den Zähnen Essensreste heraus und legte sie dann wieder auf den Stapel.

- Im Linienbus in Dubrovnik. Im Bus gab es nur noch Stehplätze. Ein älterer Mann sah mich mit meinem Gipsarm und war erst zufrieden, als ich seinen mir angebotenen Sitzplatz annahm. Wo gibt es noch so was?

- Meeresorgel in Zadar. Das Rauschen der Wellen kann man schon als angenehmes und beruhigendes Geräusch empfinden. Dies als Musik zu bezeichnen, muss man schon in einer besonderen Stimmung sein. In Zadar an der Hafenpromenade kann man tatsächlich Orgelmusik, erzeugt durch die Meereswellen, höhren. Schaut man dabei auf die Wellen, so spührt man die Harmonie zwischen Wellen und Orgelmusik, ein wahrhaft audio-visuelles Erlebnis.

- Auf der Tour habe ich 2.865 km zurückgelegt, 23.324 hm erklommen, saß 159 h auf dem Rad und bin durchschnittlich 18 km/h schnell gewesen. (Werte von Toni liegen noch höher, da er von Neuss gestartet und bis Montenegro gefahren ist).

- Außer dem Speichenbruch bei Toni's Hinterrad am Arlberg hatten wir keine einzige Panne, auch keinen Plattfuß.

- Außer den verschlissenen Bremsgummis am Hinterrad durch die Regenabfahrt von Klosters musste am Rad nichts getauscht werden, auch keine Reifen und keine Kette. Lediglich war ab und zu eine Kettenpflege und Schmierung der Schaltungs- und Bremslager fällig.

- Zu keinem Zeitpunkt war ich der Tour überdrüssig, um mir ein Ende oder Abbruch zu wünschen. Dank meiner relativ guten Hitzeverträglichkeit, die mir wohl meine Mutter in die Wiege gelegt hat. Momente, wo ich mir unterwegs das Ende der Etappe oder des Anstiegs gewünscht hat, gab es mehrere.

- Montenegro und auf der Rückfahrt das Zuhause war das Ziel, doch war auch der Weg das Ziel.

- "Am Ziel deines Weges wirst du eines vermissen, den Weg dorthin" Zitat von Alexander von Humboldt.
Ich bin froh und dankbar zufrieden und ohne Probleme zuhause angekommen zu sein und bin auch gerne zuhause, doch den Weg werde ich vermissen.

- Allen, die diese Tour unterstützt haben, recht herzlichen Dank, besonders meiner lieben Frau Hilde, die von Anfang an zugestimmt hat. 

Montag, 2. Juli 2012

57. Bericht - 17. Etappe: Freudenstadt - Jöhlingen


Samstag, 30. Juni 2012

17. Etappe: Freudenstadt - Jöhlingen
102 km, 447  hm

Kaum war die Sonne am Camp im Wald untergegangen, zeigte sich auch schon der runde Mond. Ich hatte mal wieder ein "Fenster" an meinem Zelt offen, und konnte somit beim Einschlafen den hell zwischen den Tannen durchscheinenden Mond mit immer müder werdenden Augen sehen.
Am nächsten Morgen die übliche Prozedur, nur: zum letzten Mal auf dieser Reise.
Zunächst ging es mit dem Rad 2 km bergab, dann aber wieder 1km mit 4% bergauf nach Freudenstadt. Bis kurz nach Beiersbronn bin ich auf der Straße gefahren, es war wenig Verkehr und die Geschwindigkeit von über 50 km/h hätte ich auf dem Radweg nicht halten können. Da wäre ich nur am Bremsen gewesen.
Die einzelnen Stationen habe ich ja in kurzen Infos in den Blog eingestellt. Ein besonderer Moment war die Radfahrerkirche in Hörden, die ich schon letztes Jahr bei der Tour zum Bodensee besucht hatte. Eine kurze Besinnung auf die vergangenen zwei Monate und dann ein Dank für diese besondere und schöne Reise war mir ein Bedürfnis. Dann noch eine letzte Stärkung auf der Bank unter dem Ahornbaum vor der Kirche und zum Endspurt.





Nach Malsch, wo ich mich nochmals kurz verfahren habe, fielen mir dann die vielen KA-Krennzeichen bei den Autos auf. Ab Ettlingen dann absolutes bekanntes Terrain. An der Shell-Tankstelle in Durlach an der B3 musste ich nochmals Eistee tanken, bevor es non stop auf der B3 nach Weingarten und dann nach Jöhlingen ging. 16:00 Uhr, an der Kreuzung Jöhlinger und Grombacher Straße warteten schon mein Schwager Ludger und Nachbar Helmut, um mich die letzten Meter zu begleiten. Beim Einbiegen in die Liebigstraße dann die Überraschung: Ein Trompetensolo "Ja, mir san mit'n Radl do" (gespielt von Hans) vernahm ich schon bei der Auffahrt und auf Höhe unserer Einfahrt eine Ansammlung mit nahezu allen Nachbarn, Freunden vom Lauftreff und natürlich Hilde, Jana und mein Vater. Ich musste die Ziellinie überfahren und dann die herzliche Begrüßung. In unserer Einfahrt Sonnenschirm, Biertisch, Erdbeerkuchen, Knabberzeug und jede Menge Getränke. Es war ein sagenhaft schöner und lang andauernder Empfang. Allen vielen herzlichen Dank.