Mittwoch, 27. Juni 2012

53. Bericht - 15. Etappe: Hegne - Donaueschingen


Mittwoch, 27. Juni 2012

Besuch am Morgen



 

Mittwoch, 27. Juni 2012

15. Etappe: Hegne - Donaueschingen
93 km, 982 hm

Verkalkuliert
Es sollte eine kurze Etappe werden. Doch der Reihe nach. Noch beim Frühstück war ich unentschlossen, bleibe ich einen Tag in Hegne oder nicht. Dann die Idee den Rheinfall in Schaffhausen anzuschauen. Auf der Schweizer Seite war eine Straße direkt am See bzw. Rhein eingezeichnet. Also die 10 km zurück nach Konstanz und rüber in die Schweiz nach Kreuzlingen, auf dieser Uferstraße bis zum Rheinfall und nach Schaffhausen Richtung Donaueschingen eine Unterkunft suchen. So hatte ich mir das vorgestellt.  Also alles zusammenpacken, noch ein erfrischendes Bad im See und dann ab.
Noch vor dem Abzweig zur Reichenau fiel mir ein, dass es eine Fähre von Reichenau auf die Schweizer Seite geben muss. Am Abzweig war ein Lageplan, der dies bestätigte. Also nicht über Konstanz, sondern über die Reichenau. Direkt an der Anlegestelle liegt das Hotel Seeschau, in dem ich auf Geschäftsreisen nach Konstanz schon übernachtet hatte, deshalb der Einfall mit der Fähre. Die Ortschaften auf der Strecke zum Rheinfall waren teilweise sehr idyllisch, teils mittelalterlich, auf jeden Fall sehenswert. Dann nach einer kurzen Rampe mit 20 % der Rheinfall, den ich einmal als 13-jhriger gesehen hatte. Die Wassermassen sind gewaltig und beeindruckend, die da über eine Breite von 150 m mit einer Fallhöhe von 23 m herunter rauschen. Da wird einem mal wieder bewusst, welche Gewalten in der Natur stecken und wie klein wir Menschen doch sind. Ich konnte mich kaum trennen von diesem Spektakel.
Zunächst galt es den Weg Richtung Donaueschingen zu finden. Der Radweg führte teilweise neben der Schnellstraße, teilweise abseits aber die ganze Zeit durch touristisches Niemandsland, weder ein Zimmer geschweige denn ein Camp war zu finden. Plötzlich ein Schild am Radweg 18 % (s. Foto). Eine kurze Rampe? Das wäre kein Problem, aber das, was man sehen konnte, sah anders aus. Eine Alternative gab es nicht. Also los, langsam ansteigend, und dann kamen sie tatschlich ohne sichtbares Emde. Sicherlich waren es mehr als 500 m. Zumindest kam mir es so vor. Die ganze Wegbreite im Zick-Zack-Stiel habe ich ausgenutzt, musste aber trotzdem drei Mal eine Verschnaufpause einlegen. Wer kommt nur auf die Idee eine solche Strecke als Fernradweg auszuwählen? Nach den 18 % war aber noch nicht Schluss. Mit 6 bis 10% ging es weiter. Irgend wann habe ich seitlich einen Hinweis registriert, habe gedreht und erfahren, dass ich gerade die Grenze überschritten habe und keine zollpflichtigen Gegenstände mitnehmen darf. Nur so wäre ich berechtigt diese nicht kontrollierte Grenze zu passieren. Ich habe mein Gewissen überprüft und ab. Nach einiger Zeit kam ein einsames Gasthaus, leider ohne Zimmer aber einer guten Apfelschorle. Die Wirtin gab mir Hinweise, wo ich ein Zimmer finden konnte. Dies war aber 6 km vor dem mir vom letzten Jahr bekannten Camp bei Donaueschingen. Also was soll‘s. Am Camp gab es als Belohnung für die "kleine Etappe" und der Wahnsinns Steigung ein Jägerschnitzel mit Spätzle und Pilzen und einen Beilagensalat. Das hat geschmeckt – für 10,50 Euro. Allerdings musste ich mir vom Nachbartisch Gespräche von Fußballexperten anhören. Warum sind die keine Trainer oder Kommentatoren geworden?


 

 

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