Sonntag, 24. Juni 2012

50. Bericht - 12. Etappe: Schlanders - Susch


Sonntag, 24. Juni 2012

Ofenpass 15:15 Uhr, 2149 m erreicht.



 

Sonntag, 24. Juni 2012

 

12. Etappe: Schlanders - Susch

82 km, 1654 hm

Der Tag begann, wie sollte es in einem typischen Südtiroler Bergdorf an einem Sonntag anders sein, mit Glockengeläut. Dann folgte ein Frühstück, das keine Radlerwünsche offen ließ. Noch schnell die Kette schmieren, Luft nachpumpen und ab zu der etwas schwereren Etappe, von knapp 800 hm über den Ofenpass mit 2146 m nach Susch auf ca. 1400 m und mehrere Wellen.
Auf dem Weg sah ich einige Einheimische in Tracht auf dem Weg zur Kirche. Ein schönes Bild.
Kurz nach Schlanders überholte mich ein Paar mit tollen Mountainbikes, wo mir gleich auffiel, dass ihr Sattel viel zu hoch eingestellt war. Sie hatte beim Treten sehr starke Wippbewegungen mit der Hüfte, und so was kann auf Dafür nicht gut gehen. Vorsichtig sprach ich sie an, um nicht gleich ins Fettnäpfen zu treten. Doch der Hinweis wurde dankend entgegen genommen und gemeinsam gleich umgesetzt. Sie wohnen in Schlanders und waren auf einer Sonntagstour. Es entwickelte sich mit beiden eine sehr nette Unterhaltung. Bei der Weiterfahrt habe ich dann Geräusche vernommen, wo ich vermutete, dass diese durch das Absenken der Sattelstütze der daran befestigten Satteltasche kam und diese nun den Reifen berührte.  Tatschlich war dem so und wurde ebenfalls gemeinsam behoben. Die nette Unterhaltung ging weiter, und da ihr Ziel Glurns auch auf meinem Weg lag, sind wir noch gemeinsam zum Durstlöschen eingekehrt. Trotz meines Widerstands durfte ich meine Getränke nicht bezahlen. Es war wirklich eine nette Begegnung. Wir verabschiedeten uns, sie fuhren zurück nach  Schlanders und ich weiter Richtung Ofenpass. Mir fielen sehr viele Rennradler mit Nummern auf, die alle, wie sich später herausstellte, Teilnehmer des Drei Länder Giro, eine bekanntes Radevent für Jedermann. An der Verpflegungsstation in Santa Maria, schon in der Schweiz durfte ich mich für meinen Bedarf eindecken, was sich als sehr wertvoll herausstellte. Ich hatte nämlich nur zwei Brötchen und Wasser, weil ich nicht berücksichtigt hatte, dass Sonntag die Läden zu hatten. Nach der Verpflegungsstation wurde die Strecke steiler. Es gab immer weniger Passagen zum Erholen. Die Abstände von Pause zu Pause wurden kürzer. Es fuhren Postbusse an mir vorbei, die am Heck Räder aufnehmen konnten. Soll ich oder soll ich nicht. Ich fuhr an den Haltestellen vorbei, aber es gab mir eine gewisse Sicherheit.
Wieder der Trick, nicht auf die km- Anzeige, sondern auf die Höhenmeter zu achten, denn die veränderten sich rasch im Gegensatz zu den km. In 100 hm - Schritten bewegte ich mich der Passhöhe zu. Das entspricht der Strecke in Weingarten vom Abzweig B3 zur Winzergenossenschaft bis zum Spielplatz nach den letzten Häusern, wo man dann auf dem Höhenweg nach Jöhlingen kommt.
Noch 500 hm, 400, .... 100. Ja wo ist denn die Passspitze? Und immer der Blick gen Himmel: Werden die Wolken regenfrei bleiben? Ein Mountainbiker hat aufgeschlossen, blieb aber hinter mir. Dann eine Rechtskurve und - die Passspitze ist erreicht. Durchschnaufen. Der Mountainbiker macht die Fotos von mir. Ich entdecke einen Kiosk mit dem Aushang Bratwurst. Dann war es um mich bzw. der Bratwurst geschehen. Ich musste zwar 15 min warten, aber die Bratwurst mit einer Cola war ein Genuss.
Die Temperatur war noch so hoch, dass ich nur die Windjacke für die Abfahrt überzog. Dann ab in den Rausch der Tiefe mit einem Zwischenhügel mit 160 hm, dem Ova Spin. Susch, ein paar km abwärts von Zernez im Inntal war mein Ziel. Ich hatte Susch von einer früheren Tour viel größer in Erinnerung. Ein Zimmer habe ich noch bekommen, aber das einzige Gasthaus hat Sonntag Ruhetag. Mein Zimmerwirt hatte Erbarmen und servierte mir eine Gulaschsuppe.
Als ich gegen 19:30 auf meinem Zimmer war, konnten die dunklen Wolken den Regen wohl nicht mehr halten. Ich saß im Trockenen und war mit dem Tag voll auf zufrieden.
Nachtrag: Toni ist heute am frühen Morgen zuhause angekommen.

 

1 Kommentar:

Timo und ich drücken dir die Daumen, dass der Zimmerwirt dir morgen auch noch ein tolles Frühstück serviert und du die Tour fortsetzen kannst...
So wie es scheint, bist du ja schon wieder daheim, wenn Deutschland am Sonntag Europameister wird?!

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