Samstag, 30. Juni 2012
Freitag, 29. Juni 2012
55. Bericht - 16. Etappe: Donaueschingen - Freudenstadt
Freitag, 29. Juni 2012
Links oder rechts?
Bin in Schiltach, habe gerade eine Bratwurst
verdrückt und mich endgültig entschieden über Alpirsbach und Freudenstadt zu
fahren. D.h. Es kommt jetzt mein letzter längerer Anstieg, 350 hm bis
Freudenstadt zum Camp. Morgen geht es dann abwärts durchs Murgtal.
1 Kommentar:
Da bist ja schon in heimischen Gefilden :)
Schwarzwald!!
Schwarzwald!!
Freitag,
29. Juni 2012
90 km, 914 hm
Meine letzte Nacht auf der Tour
Die verbringe ich auf einem Camp 4
km von Freudenstadt Richtung Kniebis. Er liegt abseits jeglicher Behausung
mitten im (Schwarz-) Wald an einem Bach. So abseits, dass es auch kein Netz
gibt (Übertragung erfolgt morgen in der Zivilisation). Ich kann mir nicht
vorstellen, dass es im Schwarzwald einen schöneren Camp gibt. Und die Camper
sind auch nett. Habe gerade gekochte Kartoffeln angeboten bekommen, da man mit
dem Rad doch nicht so viel Verpflegung mitnehmen kann. Ist das nicht lieb?
Hatte aber schon meine letzte Notration und noch einen Flammkuchen mit Salat
gegessen.
Am gestrigen Ruhetag habe ich nur ein bisschen Wäsche gewaschen (mein Schlafanzug hatte es bitter nötig, auch wenn es nur noch für zwei Nächte war), im See gebadet, Stern gelesen und mit meinen Nachbarn geplaudert. Das Ehepaar kam aus Durlach und war zu Fuß unterwegs. Von ihnen habe ich dem Tipp für den heutigen Platz. Ich hatte schon seit Tagen den Gedanken nicht das Kinzigtal und dann in der Rheinebene zu fahren, sondern von Schiltach über Alpirsbach und Freudenstadt und am nächsten Tag durch das Murgtal nach Hause zu fahren. In Schiltach fiel die Entscheidung. Also ein paar hundert hm mehr, aber sicherlich eine schönere Strecke. Als ich in Schiltach, es war gerade Markt, meine Bratwurst auf einer Bank verspeist habe, wurde ich von meinem Nebenmann mit Cowboyhut gleich in Englisch angesprochen. Es war wiederum eine nette Unterhaltung. Er ist Neuseeländer und für einige Wochen in Süddeutschland, wohl halbwegs geschäftlich. Während der Unterhaltung kam seine Frau, der ich gleich vorgestellt wurde.
Gestärkt und erholt hatte ich dann noch knapp 30 km bergauf zu dem schönen Camp - nur bergauf.
Es ist schon ein komisches Gefühl die letzte Nacht auf dieser langen Reise vor sich zu haben. Ich feü mich natürlich auf morgen, wieder zuhause zu sein, bin aber auch ein wenig traurig, dass die wohl einmalige Tour zu Ende geht, die vor genau zwei Monaten begann.
Am gestrigen Ruhetag habe ich nur ein bisschen Wäsche gewaschen (mein Schlafanzug hatte es bitter nötig, auch wenn es nur noch für zwei Nächte war), im See gebadet, Stern gelesen und mit meinen Nachbarn geplaudert. Das Ehepaar kam aus Durlach und war zu Fuß unterwegs. Von ihnen habe ich dem Tipp für den heutigen Platz. Ich hatte schon seit Tagen den Gedanken nicht das Kinzigtal und dann in der Rheinebene zu fahren, sondern von Schiltach über Alpirsbach und Freudenstadt und am nächsten Tag durch das Murgtal nach Hause zu fahren. In Schiltach fiel die Entscheidung. Also ein paar hundert hm mehr, aber sicherlich eine schönere Strecke. Als ich in Schiltach, es war gerade Markt, meine Bratwurst auf einer Bank verspeist habe, wurde ich von meinem Nebenmann mit Cowboyhut gleich in Englisch angesprochen. Es war wiederum eine nette Unterhaltung. Er ist Neuseeländer und für einige Wochen in Süddeutschland, wohl halbwegs geschäftlich. Während der Unterhaltung kam seine Frau, der ich gleich vorgestellt wurde.
Gestärkt und erholt hatte ich dann noch knapp 30 km bergauf zu dem schönen Camp - nur bergauf.
Es ist schon ein komisches Gefühl die letzte Nacht auf dieser langen Reise vor sich zu haben. Ich feü mich natürlich auf morgen, wieder zuhause zu sein, bin aber auch ein wenig traurig, dass die wohl einmalige Tour zu Ende geht, die vor genau zwei Monaten begann.
Donnerstag, 28. Juni 2012
54. Bericht - Ruhetag am Riedsee Camp Donaueschingen
Mittwoch, 27. Juni 2012
53. Bericht - 15. Etappe: Hegne - Donaueschingen
Mittwoch,
27. Juni 2012
Mittwoch, 27. Juni 2012
93 km, 982 hm
Verkalkuliert
Es sollte eine kurze Etappe werden.
Doch der Reihe nach. Noch beim Frühstück war ich unentschlossen, bleibe ich
einen Tag in Hegne oder nicht. Dann die Idee den Rheinfall in Schaffhausen
anzuschauen. Auf der Schweizer Seite war eine Straße direkt am See bzw. Rhein
eingezeichnet. Also die 10 km zurück nach Konstanz und rüber in die Schweiz
nach Kreuzlingen, auf dieser Uferstraße bis zum Rheinfall und nach Schaffhausen
Richtung Donaueschingen eine Unterkunft suchen. So hatte ich mir das
vorgestellt. Also alles zusammenpacken, noch ein erfrischendes Bad im See
und dann ab.
Noch vor dem Abzweig zur Reichenau fiel mir ein, dass es eine Fähre von Reichenau auf die Schweizer Seite geben muss. Am Abzweig war ein Lageplan, der dies bestätigte. Also nicht über Konstanz, sondern über die Reichenau. Direkt an der Anlegestelle liegt das Hotel Seeschau, in dem ich auf Geschäftsreisen nach Konstanz schon übernachtet hatte, deshalb der Einfall mit der Fähre. Die Ortschaften auf der Strecke zum Rheinfall waren teilweise sehr idyllisch, teils mittelalterlich, auf jeden Fall sehenswert. Dann nach einer kurzen Rampe mit 20 % der Rheinfall, den ich einmal als 13-jhriger gesehen hatte. Die Wassermassen sind gewaltig und beeindruckend, die da über eine Breite von 150 m mit einer Fallhöhe von 23 m herunter rauschen. Da wird einem mal wieder bewusst, welche Gewalten in der Natur stecken und wie klein wir Menschen doch sind. Ich konnte mich kaum trennen von diesem Spektakel.
Zunächst galt es den Weg Richtung Donaueschingen zu finden. Der Radweg führte teilweise neben der Schnellstraße, teilweise abseits aber die ganze Zeit durch touristisches Niemandsland, weder ein Zimmer geschweige denn ein Camp war zu finden. Plötzlich ein Schild am Radweg 18 % (s. Foto). Eine kurze Rampe? Das wäre kein Problem, aber das, was man sehen konnte, sah anders aus. Eine Alternative gab es nicht. Also los, langsam ansteigend, und dann kamen sie tatschlich ohne sichtbares Emde. Sicherlich waren es mehr als 500 m. Zumindest kam mir es so vor. Die ganze Wegbreite im Zick-Zack-Stiel habe ich ausgenutzt, musste aber trotzdem drei Mal eine Verschnaufpause einlegen. Wer kommt nur auf die Idee eine solche Strecke als Fernradweg auszuwählen? Nach den 18 % war aber noch nicht Schluss. Mit 6 bis 10% ging es weiter. Irgend wann habe ich seitlich einen Hinweis registriert, habe gedreht und erfahren, dass ich gerade die Grenze überschritten habe und keine zollpflichtigen Gegenstände mitnehmen darf. Nur so wäre ich berechtigt diese nicht kontrollierte Grenze zu passieren. Ich habe mein Gewissen überprüft und ab. Nach einiger Zeit kam ein einsames Gasthaus, leider ohne Zimmer aber einer guten Apfelschorle. Die Wirtin gab mir Hinweise, wo ich ein Zimmer finden konnte. Dies war aber 6 km vor dem mir vom letzten Jahr bekannten Camp bei Donaueschingen. Also was soll‘s. Am Camp gab es als Belohnung für die "kleine Etappe" und der Wahnsinns Steigung ein Jägerschnitzel mit Spätzle und Pilzen und einen Beilagensalat. Das hat geschmeckt – für 10,50 Euro. Allerdings musste ich mir vom Nachbartisch Gespräche von Fußballexperten anhören. Warum sind die keine Trainer oder Kommentatoren geworden?


Noch vor dem Abzweig zur Reichenau fiel mir ein, dass es eine Fähre von Reichenau auf die Schweizer Seite geben muss. Am Abzweig war ein Lageplan, der dies bestätigte. Also nicht über Konstanz, sondern über die Reichenau. Direkt an der Anlegestelle liegt das Hotel Seeschau, in dem ich auf Geschäftsreisen nach Konstanz schon übernachtet hatte, deshalb der Einfall mit der Fähre. Die Ortschaften auf der Strecke zum Rheinfall waren teilweise sehr idyllisch, teils mittelalterlich, auf jeden Fall sehenswert. Dann nach einer kurzen Rampe mit 20 % der Rheinfall, den ich einmal als 13-jhriger gesehen hatte. Die Wassermassen sind gewaltig und beeindruckend, die da über eine Breite von 150 m mit einer Fallhöhe von 23 m herunter rauschen. Da wird einem mal wieder bewusst, welche Gewalten in der Natur stecken und wie klein wir Menschen doch sind. Ich konnte mich kaum trennen von diesem Spektakel.
Zunächst galt es den Weg Richtung Donaueschingen zu finden. Der Radweg führte teilweise neben der Schnellstraße, teilweise abseits aber die ganze Zeit durch touristisches Niemandsland, weder ein Zimmer geschweige denn ein Camp war zu finden. Plötzlich ein Schild am Radweg 18 % (s. Foto). Eine kurze Rampe? Das wäre kein Problem, aber das, was man sehen konnte, sah anders aus. Eine Alternative gab es nicht. Also los, langsam ansteigend, und dann kamen sie tatschlich ohne sichtbares Emde. Sicherlich waren es mehr als 500 m. Zumindest kam mir es so vor. Die ganze Wegbreite im Zick-Zack-Stiel habe ich ausgenutzt, musste aber trotzdem drei Mal eine Verschnaufpause einlegen. Wer kommt nur auf die Idee eine solche Strecke als Fernradweg auszuwählen? Nach den 18 % war aber noch nicht Schluss. Mit 6 bis 10% ging es weiter. Irgend wann habe ich seitlich einen Hinweis registriert, habe gedreht und erfahren, dass ich gerade die Grenze überschritten habe und keine zollpflichtigen Gegenstände mitnehmen darf. Nur so wäre ich berechtigt diese nicht kontrollierte Grenze zu passieren. Ich habe mein Gewissen überprüft und ab. Nach einiger Zeit kam ein einsames Gasthaus, leider ohne Zimmer aber einer guten Apfelschorle. Die Wirtin gab mir Hinweise, wo ich ein Zimmer finden konnte. Dies war aber 6 km vor dem mir vom letzten Jahr bekannten Camp bei Donaueschingen. Also was soll‘s. Am Camp gab es als Belohnung für die "kleine Etappe" und der Wahnsinns Steigung ein Jägerschnitzel mit Spätzle und Pilzen und einen Beilagensalat. Das hat geschmeckt – für 10,50 Euro. Allerdings musste ich mir vom Nachbartisch Gespräche von Fußballexperten anhören. Warum sind die keine Trainer oder Kommentatoren geworden?
Dienstag, 26. Juni 2012
52. Bericht - 14. Etappe: Lindau - Hegne
Dienstag, 26. Juni 2012
Rast in Hagnau
Ich sitze hier in Hagnau, 5km vor Meersburg
an einem kleinen Hafen auf einer Bank und mache Rast. Es ist eine herrliche
Stimmung, sonnig mit Wolken, kein Straßenlärm, dafür Vogelgezwitscher und
Glockengeläut. Zwei Paddler ziehen weit ab vom Ufer ihre Bahn, und ein
Segelboot hat den Weg vom Hafen auf den See gefunden. Auf der anderen Seite das
Schweizer Ufer und im Hintergrund die Alpen. Ich muss die Stimmung einfach
genießen.
Vor mir ist ein Denkmal an die Seegfrörne von 1963, wo Hagnauer Bürger über das Eis auf die Schweizer Seite gelaufen sind.
Vor mir ist ein Denkmal an die Seegfrörne von 1963, wo Hagnauer Bürger über das Eis auf die Schweizer Seite gelaufen sind.
1 Kommentar:
wenn Du von Überlingen nach Ludwigshafen fährst,
dann denke an Anna und mich ... dort bin ich mit ihr vor 4 Wochen geradelt ;-)
Dienstag, 26. Juni 2012
14. Etappe: Lindau - Hegne
64 km, 264hm
Ein stimmungsvoller Tag
Der Morgen begrüßte mich mit Sonnenschein, und das war symbolisch für den ganzen Tag. Nach dem Frühstück war zunächst Radpflege angesagt. Nach dem gestrigen Schmuddeltag verlangte die Kette meine Zuneigung. Dann mussten die hinteren Bremsbeläge ausgetauscht werden, was leichter vonstatten ging, als ich es erwartet hatte. Splint aus Bremsschuh raus, verschlissener Belag herausschieben, neuer Belag einschieben und Splint reindrücken, fertig. Nur noch Spannung am Bremsgriff einstellen. Gegen 11:30 dann Start Richtung Meersburg. Es folgte eine Streckenführung mit wunderschönen Passagen. Mehrfach war ich geneigt mich auf eine Parkbank zu setzen und die Stimmung zu genießen. Aber auch der eine oder andere Ort zeigte sich bei der Durchquerung von seiner besten Seite. Kurzum, es war heute eine langsame Genussfahrt. Kurz vor Meersburg wollte ich Peter in Konstanz, ein Freund aus einer früheren Geschäftsbeziehung, versuchen zu erreichen. Leider hatten wir uns auf der Hinfahrt verpasst.
Der Anruf war erfolgreich. Peter bot mir gleich Unterkunft bei ihm an, doch auf mein Drängen verabredeten wir uns auf dem Camp bei Hegne, auf dem Hilde und ich vor genau 28 Jahren einige Tage unserer Hochzeitsreise verbrachten. Peter kam die 10 km mit dem Rad an, und wir hatten viel zu erzählen. Peter ist 71 Jahre und fhrt morgen zu einer 9-tgigen Mountainbiketour am Comersee.
Jetzt sitze ich in meinem Zelt mit einem schmalen Blick an einer Reihe von Vorzelten vorbei auf Reichenau und lasse den herrlichen Tag in Gedanken nochmals passieren.
Kommentare:
Das klingt wirklich nach Entschleunigung,
super! Freu mich für dich. Jetzt rat mal, was ich mir heute gekauft habe: 1
Paar Bremsklötze ;)
Liebe Grüße!
Liebe Grüße!
51. Bericht - 13. Etappe: Susch - Camp bei Lindau Bodensee
Dienstag, 26. Juni 2012
124 km, 239 hm
Glück gehabt
Auch mit dem heutigen Tag bin ich
zufrieden, allerdings aus ganz anderen Gründen. Gestern Abend hat es geregnet
und heute Morgen immer noch oder schon wieder. Die Wolken hingen tief. Knapp
1000 hm auf den ersten 12 km wären zu bewältigen – der Flüelapass nach Davos.
Schon bei trockenem Wetter mit meinen 30 kg Gepäck ist das für mich keine
Kleinigkeit aber bei diesem Wetter? Da fragte mich mein Zimmerwirt, ob ich
nicht den Zug nach Davos nehmen wollte. Ich traute meinen Ohren nicht und
fragte nach. "Doch, doch, in 300 m ist der Bahnhof. Ich muss eine Station
fahren und dann umsteigen." Wow, das war die Rettung, gesagt, getan, das
Ticket nach Davos für mich und mein Rad gelöst und eingestiegen in meine
rettende Alternative. Im Zug erfuhr ich vom Schaffner, dass der Zug als erstes
in Klosters, also unterhalb Davos, hlt und das für mich noch günstiger wäre.
Ich solle doch am Schalter probieren, ob ich dann eine Rückerstattung bekäme.
Das habe ich tatschlich erhalten. Da sage mal keiner etwas gegen die
freundlichen Schweitzer.
Leider jat es in Klosters auch geregnet, und so sollte es fast den ganzen Tag bleiben.
Im Wesentlichen ging es zunächst bergab, ab und zu ein paar kurze Anstiege. Ab Sargans führte der Weg direkt am Rhein entlang. Wäre auf der anderen Seite nicht die lärmende Autobahn gewesen, so hätte man sich an dem Weg erfreuen können, den ich ein paar km mit einem Hamburger gefahren bin.
Probleme machten die Radwege, die nicht immer Asphaltiert waren. Bei diesem Wetter eine Schlammschlacht. Als ich den Bodensee schon riechen konnte, ist die Wolkendecke an einigen Stellen aufgerissen, und man konnte blauen Himmel sehen aber nur kurzzeitig. So war auch die Regenunterbrechung nur von kurzer Dafür. Aber ab Bregenz blieb es trocken. Am Camp in Lindau musste ich zuerst meine Packtaschen abwaschen, so verdreckt waren sie durch die nicht befestigten Wege.
Schon bei der Abfahrt von Klosters nach Sargans habe ich bemerkt, dass ich die Bremshebel permanent weiter durchziehen muss. Der Verschleiß von den Bremsgummis ist bei Regenwetter und dann noch schmutzigen Straßen enorm. Am heutigen Tag größer als auf der ganzen bisherigen Tour. Der Schmutz wirkt wie Schleifpapier. Da muss ich vor der Weiterfahrt die Bremsbeläge wechseln, von denen ich dabei habe.
Am Camp in Lindau habe ich einen Holländer meines Alters getroffen, der mit dem Rad nach Nizza über Genua unterwegs ist. Wir haben uns am Abend gut unterhalten.
Leider jat es in Klosters auch geregnet, und so sollte es fast den ganzen Tag bleiben.
Im Wesentlichen ging es zunächst bergab, ab und zu ein paar kurze Anstiege. Ab Sargans führte der Weg direkt am Rhein entlang. Wäre auf der anderen Seite nicht die lärmende Autobahn gewesen, so hätte man sich an dem Weg erfreuen können, den ich ein paar km mit einem Hamburger gefahren bin.
Probleme machten die Radwege, die nicht immer Asphaltiert waren. Bei diesem Wetter eine Schlammschlacht. Als ich den Bodensee schon riechen konnte, ist die Wolkendecke an einigen Stellen aufgerissen, und man konnte blauen Himmel sehen aber nur kurzzeitig. So war auch die Regenunterbrechung nur von kurzer Dafür. Aber ab Bregenz blieb es trocken. Am Camp in Lindau musste ich zuerst meine Packtaschen abwaschen, so verdreckt waren sie durch die nicht befestigten Wege.
Schon bei der Abfahrt von Klosters nach Sargans habe ich bemerkt, dass ich die Bremshebel permanent weiter durchziehen muss. Der Verschleiß von den Bremsgummis ist bei Regenwetter und dann noch schmutzigen Straßen enorm. Am heutigen Tag größer als auf der ganzen bisherigen Tour. Der Schmutz wirkt wie Schleifpapier. Da muss ich vor der Weiterfahrt die Bremsbeläge wechseln, von denen ich dabei habe.
Am Camp in Lindau habe ich einen Holländer meines Alters getroffen, der mit dem Rad nach Nizza über Genua unterwegs ist. Wir haben uns am Abend gut unterhalten.
Zu den Fotos:
Vielleicht kann man erkennen, wie verschmutzt mein Rad ist.
Vielleicht kann man erkennen, wie verschmutzt mein Rad ist.
Mit dem Mord an dem Menschen habe ich
wirklich nichts zu tun – es ist die Bühne der Bregenzer Festspiele.
Sonntag, 24. Juni 2012
50. Bericht - 12. Etappe: Schlanders - Susch
Sonntag, 24. Juni 2012
Sonntag, 24. Juni 2012
12. Etappe: Schlanders - Susch
82 km, 1654 hm
Der Tag begann, wie sollte es in einem typischen Südtiroler Bergdorf an einem Sonntag anders sein, mit Glockengeläut. Dann folgte ein Frühstück, das keine Radlerwünsche offen ließ. Noch schnell die Kette schmieren, Luft nachpumpen und ab zu der etwas schwereren Etappe, von knapp 800 hm über den Ofenpass mit 2146 m nach Susch auf ca. 1400 m und mehrere Wellen.
Auf dem Weg sah ich einige Einheimische in Tracht auf dem Weg zur Kirche. Ein schönes Bild.
Kurz nach Schlanders überholte mich ein Paar mit tollen Mountainbikes, wo mir gleich auffiel, dass ihr Sattel viel zu hoch eingestellt war. Sie hatte beim Treten sehr starke Wippbewegungen mit der Hüfte, und so was kann auf Dafür nicht gut gehen. Vorsichtig sprach ich sie an, um nicht gleich ins Fettnäpfen zu treten. Doch der Hinweis wurde dankend entgegen genommen und gemeinsam gleich umgesetzt. Sie wohnen in Schlanders und waren auf einer Sonntagstour. Es entwickelte sich mit beiden eine sehr nette Unterhaltung. Bei der Weiterfahrt habe ich dann Geräusche vernommen, wo ich vermutete, dass diese durch das Absenken der Sattelstütze der daran befestigten Satteltasche kam und diese nun den Reifen berührte. Tatschlich war dem so und wurde ebenfalls gemeinsam behoben. Die nette Unterhaltung ging weiter, und da ihr Ziel Glurns auch auf meinem Weg lag, sind wir noch gemeinsam zum Durstlöschen eingekehrt. Trotz meines Widerstands durfte ich meine Getränke nicht bezahlen. Es war wirklich eine nette Begegnung. Wir verabschiedeten uns, sie fuhren zurück nach Schlanders und ich weiter Richtung Ofenpass. Mir fielen sehr viele Rennradler mit Nummern auf, die alle, wie sich später herausstellte, Teilnehmer des Drei Länder Giro, eine bekanntes Radevent für Jedermann. An der Verpflegungsstation in Santa Maria, schon in der Schweiz durfte ich mich für meinen Bedarf eindecken, was sich als sehr wertvoll herausstellte. Ich hatte nämlich nur zwei Brötchen und Wasser, weil ich nicht berücksichtigt hatte, dass Sonntag die Läden zu hatten. Nach der Verpflegungsstation wurde die Strecke steiler. Es gab immer weniger Passagen zum Erholen. Die Abstände von Pause zu Pause wurden kürzer. Es fuhren Postbusse an mir vorbei, die am Heck Räder aufnehmen konnten. Soll ich oder soll ich nicht. Ich fuhr an den Haltestellen vorbei, aber es gab mir eine gewisse Sicherheit.
Wieder der Trick, nicht auf die km- Anzeige, sondern auf die Höhenmeter zu achten, denn die veränderten sich rasch im Gegensatz zu den km. In 100 hm - Schritten bewegte ich mich der Passhöhe zu. Das entspricht der Strecke in Weingarten vom Abzweig B3 zur Winzergenossenschaft bis zum Spielplatz nach den letzten Häusern, wo man dann auf dem Höhenweg nach Jöhlingen kommt.
Noch 500 hm, 400, .... 100. Ja wo ist denn die Passspitze? Und immer der Blick gen Himmel: Werden die Wolken regenfrei bleiben? Ein Mountainbiker hat aufgeschlossen, blieb aber hinter mir. Dann eine Rechtskurve und - die Passspitze ist erreicht. Durchschnaufen. Der Mountainbiker macht die Fotos von mir. Ich entdecke einen Kiosk mit dem Aushang Bratwurst. Dann war es um mich bzw. der Bratwurst geschehen. Ich musste zwar 15 min warten, aber die Bratwurst mit einer Cola war ein Genuss.
Die Temperatur war noch so hoch, dass ich nur die Windjacke für die Abfahrt überzog. Dann ab in den Rausch der Tiefe mit einem Zwischenhügel mit 160 hm, dem Ova Spin. Susch, ein paar km abwärts von Zernez im Inntal war mein Ziel. Ich hatte Susch von einer früheren Tour viel größer in Erinnerung. Ein Zimmer habe ich noch bekommen, aber das einzige Gasthaus hat Sonntag Ruhetag. Mein Zimmerwirt hatte Erbarmen und servierte mir eine Gulaschsuppe.
Als ich gegen 19:30 auf meinem Zimmer war, konnten die dunklen Wolken den Regen wohl nicht mehr halten. Ich saß im Trockenen und war mit dem Tag voll auf zufrieden.
Nachtrag: Toni ist heute am frühen Morgen zuhause
angekommen.
1 Kommentar:
Timo und ich drücken dir die Daumen, dass der
Zimmerwirt dir morgen auch noch ein tolles Frühstück serviert und du die Tour
fortsetzen kannst...
So wie es scheint, bist du ja schon wieder daheim, wenn Deutschland am Sonntag Europameister wird?!
So wie es scheint, bist du ja schon wieder daheim, wenn Deutschland am Sonntag Europameister wird?!
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